ARTHROSESCHMERZEN
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Eine Art hrose ist die häufigste Ursache für Gelenksschmerzen. Die Art hrose ist eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelenkerkrankung, hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt.

Bei der deformierenden
(= verunstaltenden) Art hrose (Arthrosis deformans) bestehen chronische, schmerzhafte, zunehmend funktionsbehindernde Gelenkveränderungen infolge eines Mißverhältnisses von Tragfähigkeit und Belastbarkeit. Betroffen sind vor allem das Hüft- und Kn iegelenk.

Man unterscheidet die primäre (anlagebedingte) von der sekundären Art
hrose. Die Ursache der primären Art hrose ist (noch) nicht bekannt. Die Ausbildung einer sekundären Art hrose und die damit verbundenen Arthroseschmerzen kann durch mehrere Faktoren begünstigt bzw. verursacht werden. So z.B. Überlastungen (Kniegelen ke beim Fliesenleger), Vorschädigungen infolge eines Unfalls oder eigenständige Gelenksentzündungen (Arthritiden). Darüber hinaus auch permanente Fehlbelastungen z.B. bei Fehlstellung der Be ine (X- oder O-Be ine). 
Zur Prävention
(= Vorbeugung) von Arthroseschmerzen sollten deshalb präarthrotische (= Arthroseschmerzen vorausgehenden, Arthroseschmerzen begünstigende) Deformitäten (= Fehlbildungen) beseitigt werden.

Eine Art hrose der Unkovertebralgelen ke (= "Halbgelenke" an der Halswir belsäule zwischen einem Vorsprung der Deckplatte und der Abschlußplatte benachbarter Wirbelkörper), die sog. Unkovertebralarthrose, kann zu Schmerzen in der Halswir belsäule bzw. zu einem Zervikal-Syndrom führen.

Eine Art hrose der kleinen Wirbelgelen ke hpts. im Lendenbereich kann zu Rückenschmerzen führen. Man spricht dann von einem sog. Facettensyndrom.

In den letzten Jahren hat die operative Behandlung der Art hrose bzw. Arthroseschmerzen große Bedeutung erlangt. Folgende Methoden stehen zur Verfügung:

Die Behandlung mit Hyaluronsäure hat sich als wirksame Therapie bei Arthroseschmerzen etabliert. Speziell für die Behandlung der kleinen Synovialgelenke (= echtes Gelen k , also mit Gelenkspalt, Gelenkkapsel und Gelenkschmiere) gibt es eine Mini-Fertigspritze (1 ml Natriumhyaluronat).

Nicht wenige Patienten mit Arthroseschmerzen kommen zum Schmerztherapeut, weil sie eine Operation vermeiden bzw. zeitlich hinauszögern wollen oder eine Operation aus anderen gesundheitlichen Gründen risikobehaftet ist. Die moderne Schmerztherapie verfügt gerade bei Arthroseschmerzen über hilfreiche Behandlungsmöglichkeiten, die z.T. zu erstaunlichen Resultaten führen.

Medikamentöse Behandlung bei Arthroseschmerzen:

Akut und subakut können bei Arthroseschmerzen zunächst (vorwiegend) peripher wirkende Analgetika (= Schmerzmittel, die am Ort der Schmerzentstehung wirken) eingesetzt werden, insbesondere sog. nicht steroidale Antirheumatika (= Rheumamittel), aus dieser Gruppe möglichst langwirkende und magenschonende wie z.B. Mobec®). Besonders magenschonend und auch entzündungshemmend sind die sog. COX-2 Inhibitoren, z.B. Parecoxib (Dynastat®) oder Etoricoxib (Arcoxia®), allerdings scheint diese Stoffgruppe mit einem Herz-/Kreislauf-Risiko verbunden zu sein, zumindest bei längerer Therapiedauer. Es bleibt abzuwarten, ob Parecoxib und Etoricoxib nicht auch noch vom Markt genommen werden, wie schon andere Mittel dieser Stoffgruppe zuvor.
Bei stärkeren schmerzhaften Muskelverspannungen können darüber hinaus auch Muskelrelaxanzien
(= Mittel zur Muskelentspannung) (z.B. Norflex®, Mydocalm®) verordnet werden. 

Manchmal sind aber Arthroseschmerzen nur mit zentralwirkenden Analgetika (z.B. Tramadol, Valoron N®)
(= im Gehirn bzw. Rückenmark wirkende Schmerzmittel) beherrschbar. 
Grundsätzlich sollte aber auch bei Arthroseschmerzen eine längerfristige Schmerzmittelverordnung wegen der Gefahr der Gewöhnung oder gar Abhängigkeit vermieden werden. 
Die Kombination mit schmerzdistanzierenden Antidepressiva
(= Mittel gegen Depression, aber auch bei chronischen Arthroseschmerzen wirksam) (z.B. Doxepin, Maprotilin) hilft in vielen Fällen Schmerzmittel einzusparen.

Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel) bei Arthroseschmerzen:
Bei anhaltenden Arthroseschmerzen sollten rechtzeitig alternative Methoden eingesetzt werden. Eine sehr wirksame Alternative, ohne jedes Gewöhnungs- oder Suchtpotential, ist die therapeutische Lokalanästhesie mit einem langwirkenden örtlichen Betäubungsmittel (z.B. Bupivacain) in Form von örtlichen Betäubungen und Nervenblockaden. Dabei werden die schmerzhaften Gelen ke wiederholt (stationär bei uns zwei mal täglich) großzügig perikapsulär
(= um die Gelenkkapsel herum) infiltriert. 
Schmerzhafte Gelen ke können auch mit "Zeel" umspritzt werden, was manchen Patienten mit "homöopathischer" Grundeinstellung sehr entgegen kommt. 
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Ner ven- bzw. Leitungsblockaden in Frage, in hartnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit Katheter*.

Ner ven und

 

 

 

 

 

Nervengeflechte:

           zugehörige Gelen ke:

 

Plexus brachialis:

Ellen bogen, Ha nd- und Fingergelenke,

 

 

mit der retrograd hohen Variante kann

 

 

auch das Schultergelen k erreicht werden

Plexus lumbalis (mittels

 

 

 

N. femoralis-Katheter):

Hüftgelen k

 

 

 

N. femoralis:

Kniegelen k

 

 

 

N. ischiadicus:

Fußgelen ke

 

 

Grundsätzlich wird das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt verabreicht, daß nur die Sensibilität (= u.a. Schmerzempfindung) betroffen ist, die Motorik (= Muskelfunktion) aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind, bzw. bei stärkeren Arthroseschmerzen durch Hemmung der Nozizeption (= Schmerzreizleitung) erst möglich werden. Diese Nervenblockade n haben darüber hinaus einen sehr günstigen Nebeneffekt. 
Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem degenerativen Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung bei Arthroseschmerzen nicht nur symptomatisch
(= nicht nur auf die Schmerzen gerichtet), sondern kurativ (= heilend).

Aktuell schreibt die Deutsche Art hrose-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen Art hrose in der fte? Schmerzen in der fte können in vielen Fällen auf eine Durchblutungsstörung hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen des Hüftkopfs führen kann. Oft entwickelt sich dann eine besonders schwere Art hrose des Hüftgelenks."

*   Bei der sog. kontinuierlichen Blockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das örtliche Betäubungsmittel völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.

Physikalische Schmerztherapie bei Arthroseschmerzen:
Auch eine Elektrostimulation kann bei Arthroseschmerzen eine Beschwerdelinderung herbeiführen. Die transkutane Nervenstimulation mit Niederfrequenzgenerator (TENS) hat den Vorteil, daß sich die Patienten bei Bedarf selbst behandeln können. Die Elektroden werden paarig über dem betroffenen Gelen k aufgeklebt. Durch Veränderung der Stimulationsfrequenz und der Elektrodengröße kann die Wirkung optimiert werden. 
Eine weitere physikalische Behandlungsmöglichkeit ist die oberflächliche Kältetherapie im Schmerzbereich. Wir verwenden einen elektrischen Kaltluftgenerator, dessen Luftstrom auf ca. -10 bis -15 Grad C abgekühlt ist. 
Manche Patienten mit Arthroseschmerzen empfinden allerdings lokale Wärmeapplikationen (Rotlicht) als besser wirksam. Warme Bäder können ebenfalls chronische Arthroseschmerzen lindern, gleiches gilt für die Wärmekammer
Auch die Magnetfeldtherapie ist bei Arthroseschmerzen eine gute Indikation
(=Anzeige).
Die Verordnung von Massagen ist bei Arthroseschmerzen
nicht sinnvoll. Für den Patient mag diese Behandlung zwar angenehm sein, aber unter schmerztherapeutischem Aspekt bringt sie nichts und führt nur zu unnötigen Kosten.
Nahezu unverzichtbar ist aber bei Arthroseschmerzen die heilgymnastische Therapie, da meist nur diese geeignet ist, Gelenkfunktionen zu fördern bzw. zu erhalten.

Andere Maßnahmen zur Behandlung von Arthroseschmerzen
Der Vollständigkeit halber darf die Akupunktur nicht unerwähnt bleiben. 
Hypnoide
(= bewußtseinsverändernde) Verfahren wie autogenes Training oder progressive Relaxation nach Jakobson sind im Rahmen einer psychologischen Mitbetreuung eine sinnvolle Ergänzung der Gesamtstrategie. Bei chronischen Arthroseschmerzen ist auch ein Schmerzbewältigungstraining sinnvoll.

Wenn Arthroseschmerzen längerfristig bestehen, ist davon auszugehen, daß bereits ein Chronifizierungsgrad II oder III (Mainzer Stadieneinteilung) vorliegt. In diesen Fällen ist eine rein somatische (= körperliche) Behandlung kaum mehr ausreichend, sondern es müssen zusätzlich psychologisch /psychotherapeutische Interventionen erfolgen.

   

Aktualisiert: 29.10.05
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